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Der Polizeigewahrsam in zweiten Stock

Der Neubau des Westflügels des Hotel Silber wurde als zentrale Haftanstalt für den polizeilichen Gewahrsam in Stuttgart konzipiert. Die Haftanstalt unterstand organisatorisch erst der Schutzpolizei, ab 1950 dem polizeilichen Verwaltungs- und Wirtschaftsdienst.

Die Bestimmungen für den polizeilichen Gewahrsam sahen vor, dass die Gefangenen dort nicht länger als 48 Stunden inhaftiert bleiben durften. Nach Ablauf dieser Zeit mussten sie dem Haftrichter vorgeführt werden, der gegebenenfalls die Untersuchungshaft anordnete. Andernfalls wurden die Gefangenen freigelassen. Für die Untersuchungshaft kamen die Gefangenen in der Regel in andere Gefängnisse. Nur auf eine richterliche Anordnung hin konnten Angeklagte auch im Hotel Silber in Untersuchungshaft gehalten werden.

Die Zellen waren spartanisch ausgestattet. Eine aus der Wand herausragende Steinplatte diente als Tisch, des Weiteren waren nur ein Brett als Sitzgelegenheit und zwei Klappbetten vorhanden. Fließendes Wasser oder ein WC gab es nicht, damit die Gefangenen keine Möglichkeit zur Kommunikation über die Wasserrohre hatten. Mit einer Klingel konnten die Häftlinge das Wachpersonal rufen.

Im Erdgeschoss wurden die Personalien der Gefangenen aufgenommen. Die Häftlinge mussten sich ausziehen, wurden untersucht und gegebenenfalls desinfiziert. Frauen wurden im ersten Stock und im zweiten Stock inhaftiert, Männer im dritten Stock und im Dachgeschoss.

Bis zur Verlegung des Polizeipräsidiums in das ehemalige Robert-Bosch-Krankenhaus in den 1970er Jahren wurde das Hotel Silber als polizeilicher Gewahrsam genutzt.

Anmerkung: Alle Räume zwischen den Symbolen wurden als Zellen für Frauen genutzt.

Blick in eine Zelle des polizeilichen Gewahrsams im Dachgeschoss des Hotel Silber, 1958
Blick auf die Türe einer Zelle des polizeilichen Gewahrsams im Dachgeschoss des Hotel Silber, 1958

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