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Konzentrationslager Kislau

Im April 1933 errichtete das badische Innenministerium ein Konzentrationslager im ehemaligen Jagd- und Lustschloss Kislau. Das Schloss war seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer wieder als Haftanstalt und Arbeitshaus genutzt worden.

Das Konzentrationslager Kislau diente zunächst als regionale Haftstätte, in der in der Frühphase des NS-Regimes politische Gegner inhaftiert wurden. Der SPD-Reichstagsabgeordnete Ludwig Marum wurde am 29. März 1934 nach knapp einem Jahr Haft im KZ Kislau von Angehörigen des Wach- und Lagerpersonals ermordet.

Anders als an anderen Orten im Deutschen Reich wurde das Konzentrationslager nach der Festigung des Regimes nicht aufgelöst oder der „Inspektion der Konzentrationslager“ unterstellt, sondern blieb bis zu seiner Auflösung 1939 im Zuständigkeitsbereich des badischen Innenministeriums. Aber auch nach 1939 blieb das Schloss als Arbeitshaus und Durchgangslager für ehemalige Angehörige der französischen Fremdenlegion weiter Haftstätte. Auch die badische Gestapo blieb involviert, etwa wenn sie ehemalige Fremdenlegionäre wegen des Verdachts der Spionage überprüfte und verhörte.

Weitere Infos

Borgstedt, Angela: Das nordbadische Kislau. Konzentrationslager, Arbeitshaus und Durchgangslager für Fremdenlegionäre. In: Benz, Wofgang / Distel, Barbara (Hrsg): Herrschaft und Gewalt. Frühe Konzentrationslager 1933-1939. Berlin 2002, S. 217-229.


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