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Frauen-Konzentrationslager Gotteszell

Seit 1820 dient das mittelalterliche Dominikanerkloster Gotteszell in Schwäbisch Gmünd als Frauengefängnis.

Das württembergische Innenministerium richtete in dem Gebäudekomplex ein frühes Konzentrationslager für Frauen als Pendant zu den Männer-Konzentrationslagern Heuberg bei Stetten am kalten Markt und Oberer Kuhberg in Ulm ein. Es bestand zwischen März 1933 und Januar 1934 als separate „Schutzhaftabteilung“ in der Frauenstrafanstalt, die während der gesamten zwölf Jahre der NS-Herrschaft als zentrales württembergisches Landesgefängnis für Frauen genutzt wurde  und somit auch durchgehend als Ort für die Verbüßung von „Schutzhaft“.

In Gotteszell wurden vorwiegend politische Häftlinge eingesperrt. Während in den Konzentrationslagern Heuberg und Oberer Kuhberg insgesamt etwa 4.000 Männer inhaftiert waren, befanden sich in Gotteszell nur 50 bis 70 Frauen. Viele der Gefangenen wurden nach ihrer Haft in Gotteszell in die Frauen-Konzentrationslager Moringen, Lichtenburg oder Ravensbrück überstellt.

Heute ist die Justizvollzugsanstalt Gotteszell Baden-Württembergs Hauptstrafanstalt für verurteilte Frauen.

Fakten

Weitere Infos

Markus Kienle: Gotteszell - das frühe Konzentrationslager für Frauen in Württemberg. Die "Schutzhaftabteilung" im Frauengefängnis Gotteszell in Schwäbisch Gmünd März 1933 bis Januar 1934. Hrsg. vom Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e.V. - KZ-Gedenkstätte. Mit einem Geleitwort von Wolfgang Benz und einem Nachwort von Silvester Lechner, Ulm 2002


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